Groundhogs Day

it's a weird life in a strange world

The Day After Weihnachten

Ganz Deutschland liegt nach den vergangenen Tagen und Wochen des Friedens und der Familie kollektiv im Wachkoma und kuriert den Kater der Geselligkeit aus.

Zwischen Restalkohol und Fresskoma bereitet man sich mental auf das nächste Attentat auf die körperliche Unversehrtheit vor, die unter dem unverfänglichen Namen Silvester an unsere Pforte klopft.

Neben meiner gut begründeten Abneigung gegen die Backwerk-und-Braten-Apokalypse rund um den Geburtstag eines längst verstorbenen, hege ich auch so einige Bedenken zum Thema Jahresabschluss, die ich gern mit meinen treuen Lesern teilen möchte … immerhin können die so überfressen wie die sind im Moment kaum flüchten 😉

Wir Menschen sind seltsam

Gut, werden jetzt viele sagen, das ist jetzt soweit nichts Neues – ich möchte das ganze aber gern am Beispiel Silvester einmal auseinandernehmen:

Neben so manchem anderen Brauch zum Ende des Kalenderjahres gibt es jedes Jahr Tonnenweise Gute Vorsätze fürs Neue Jahr™ die zu 80% kaum den 1. Januar überstehen. Doch warum nimmt man sich jedes mal wenn der 31.12. in bedrohliche Nähe rückt vor, sein Leben zu ändern oder zumindest eine ungesunde Angewohnheit aufzugeben? Glauben die Menschen wirklich, dass man nach einer Nacht voller Alkohol und Explosionen plötzlich leichter vom Nikotin wegkommt oder vom Psychopathen zu Mutter Theresa¹ wird? Hat der Akt einen neuen Kalender aufzuhängen mit anderer Jahreszahl wirklich parallelen zur Reinkarnation?

Warum werden so viele Beziehungen in der Silvesternacht beendet?
Ist es denn wirklich besser die Weihnachtstage dem Partner (+ ggf. der Familie) eine heile Welt vor zu spielen um sich dann noch kurz vor Jahreswechsel von den Altlasten zu trennen? Ist es nicht psychologisch viel schlimmer ein neues Jahr, dem offenbar eine enorme Bedeutung zugesprochen wird, mit einem derartigen Schlag zu beginnen? Es wäre doch weitaus sinnvoller, den Abgeschobenen Lebensabschnittsbegleiter ins Auffangnetz Familie zu werfen über die Feiertage mit der Chance auf einen positiveren Jahreswechsel.

Zuletzt noch möchte ich das 00:00Uhr-Phänomen beleuchten.
Dabei schreibe ich aus der Sicht einer Person die Single ist, der verpaarte Rest ist zu diesem Zeitpunkt beschäftigt 😉
Was macht ein Single-Mensch wenn sich Schlag-Mitternacht plötzlich die ganze Welt in die Arme fällt und man bei einer ungünstigen Gruppenkonstellation der Party keinen anderen Single-Menschen in greifbarer Nähe hat?
Die einzige Antwort, die mir bisher hierzu eingefallen ist:

Es gibt einfach nichts was man in dem Moment tun kann ohne auf andere einsam/verlassen zu wirken. Selbst wenn man mit einer Gelassenheit, die Siddhartha Ehre machen würde, seinem Single-Status gegenüber steht und das Feuerwerk betrachtet, werden spätestens ab 00:01Uhr die ersten Blicke voller Mitleid auf einem ruhen.

 

Dieser Beitrag ist nicht durchdacht genug um einen vernünftigen Abschluss zu bekommen. Deshalb bedanke ich mich bei meinen Freunden, die durch die absurdesten Szenen die letzten Jahre einen für mich einigermaßen bedeutungslosen Tag zumindest mit Unterhaltung auf GZSZ-Niveau gefüllt haben.

 

Sollte ich mich dieses Jahr zu keinem Beitrag mehr aufraffen können, wünsche ich schon mal allen meinen treuen und untreuen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr und hoffe ihr nehmt den Jahreswechsel nicht ernster als jeden anderen Tag des Jahres.

 

 

Anmerkungen:
¹ Ich halte Mutter Theresa trotz Seligsprechung für eine äußerst fragwürdige Persönlichkeit in ihrem Wirken und habe den Namen rein aufgrund der allgemeinen Konnotation verwendet.

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